Carl Elleke I (1814-1871) gründet vor 150 Jahren Freiwillige Feuerwehr Celle

Die Freiwillige Feuerwehr Celle feiert in diesen Tagen ihren 150. Geburtstag. Sie ist die älteste Freiwillige Feuerwehr im Landkreis Celle. Mit ihrer Gründung einher geht der Name von Carl Elleke I (1814-1871).

Carl Elleke I aus Celle, der geistige Stifter der meisten niedersächsischen Freiwilligen Feuerwehren, war es, der den Plan eines Zusammenschlusses zu einem Feuerwehrverband ins Auge gefasst hatte. Elleke, geboren am 9. April 1814 und wohnhaft im Hause Fritzenwiese 2, übte den Beruf des Posamentiers aus und stellte als solcher Besatzstücke her.

In Celle entstand 1847 der erste Turnverein unter Leitung des Advokaten Dr. jur. Georg Gottlieb Ludwig Lauenstein (1814-1869). Man turnte damals im Schützenzelt auf der Mühlenmasch. Der Name lautete auf „Turngemeinde“, und den Turnunterricht leitete ehrenamtlich Carl Elleke I. 1861 gründete derselbe eine Turnabteilung im Arbeiter-Bildungsverein von Celle.

Am 17. April 1864 wurde Carl Elleke I zum 1. Kommandeur der neu gegründeten Freiwilligen Feuerwehr Celle (im Protokoll: „Rettungsgesellschaft“) gewählt. Trotz hoher Verdienste um das Turnwesen wurde er nach Zwistigkeiten zwischen Turnverein und Feuerwehr aus dem Turnverein ausgeschlossen. „Elleke schied aus dem Turnverein aus und fand in der Bürgerschaft eine Anzahl Männer, welche bereit waren, seine Bestrebungen mit Wort und That zu unterstützen. Gerade jetzt vor 25 Jahren war es ihm möglich, die erste Feuerwehr-Übung abzuhalten“, heißt es in einem geschichtlichen Rückblick in der „Celleschen Zeitung“ vom 2. April 1889.

Die erste Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Celle am 5. Mai 1864 wurde von Carl Elleke I eröffnet, worauf der Adjutant und Bierbrauereibesitzer Theodor Paulmann im Namen des provisorischen Kommandos mitteilte, dass die Celler Behörden die Feuerwehr als konstituiert betrachtet und die vorhandene Summe von 305 Talern 1 Groschen 7 Pfennigen zur Disposition gestellt hätten. Paulmann teilte ferner die Uniformierung betreffend mit, dass man beschlossen habe, zunächst die Steiger auszurüsten, bei denen die Ausrüstung 10 Taler 25 Groschen betragen würde. Die Equipierung der übrigen Mannschaft (im Ganzen 80 Mann) würde einschließlich der Steiger, ausschließlich Spritze, Wasserfass und Feuereimer 748 Taler beanspruchen.

Das Amt des ersten Kommandeurs übte Carl Elleke I bis zu seinem Tod aus. Elleke, dessen Verdienste um die von ihm gegründete Freiwillige Feuerwehr Celle allseitige Anerkennung gefunden hatten, starb am 28. März 1871 im nicht vollendeten 57. Lebensjahr am Schlaganfall. Die Freiwillige Feuerwehr gab ihrem Kommandeur bei seiner Beerdigung am 2. April ein letztes Geleit.

Dass man einen Mann von besonderen Verdiensten zu seiner letzten Ruhestätte geleitete, ließ schon das außerordentlich zahlreiche Gefolge erkennen. Der Magistratssekretär Franz Strauch, Celle, schrieb in seiner Chronik zum 50-jährigen Jubiläum: „Mit der hiesigen Wehr trauerten sämtliche Wehren des Verbandes und bereiteten dem Verstorbenen ein würdiges Begräbnis.“

CellescheZeitungvonApril1871Elleke war auch in weiteren Kreisen als eifriger Förderer der Turnerei und des Feuerlöschwesens bekannt. Überall in der Provinz, wo sich Feuerwehren bildeten, war er ein unermüdlicher Ratgeber gewesen, dessen Kenntnisse auf dem Gebiet des Feuerwehrwesens allgemein anerkannt wurden. So hatten sich auch die Feuerwehren Lüneburg und Uelzen durch Deputationen bei der Beerdigung vertreten lassen. Als die Klänge des Trauermarsches verhallt waren, machte Verbandsschriftführer Hermann Schaefer aus Lüneburg im Hause des Kommandeurs Ludwig Haupt jun., wo sich die Deputierten versammelt hatten, den Vorschlag, dem Verstorbenen durch die Feuerwehren des Niedersächsischen Verbandes ein Denkmal zu setzen. Der Vorschlag fand allseitige Zustimmung. Es bildete sich ein Ausschuss, der einen sogleich gefassten Beschluss zur Ausführung bringen sollte.

Carl Elleke I hinterließ 1871 außer seinen Kindern die Witwe Auguste. Die Söhne Wilhelm und Friedrich führten nach seinem Tod im gleichen Haus eine „Handlung sämtlicher Artikel für Schuhmacher, Schneider, Sattler, Nähmaschinen und Velocipede“.

Unrühmlich war es allerdings, was sich 1866 im Schlosspark ereignet hatte: Bei den Unruhen in Celle anlässlich der Annexion des Königreiches Hannover durch Preußen wurden Elleke und andere von Aufrührern im Schlosspark gestellt. Carl Elleke I, dem der Pöbel irrtümlich unterstellt hatte, er habe von der Schusswaffe Gebrauch gemacht, wurde dabei schwer verwundet. Von den Ereignissen zeugt eine Broschüre über „Die Schreckenstage des Aufruhrs zu Celle am 18. und 19. Juli 1866“.

 

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