Ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte: Hexenprozesse, Galgenberge, Hinrichtungen, Kriminaljustiz

Ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte: Hexenprozesse, Galgenberge, Hinrichtungen, Kriminaljustiz in Hannover vom Mittelalter bis 1866

Ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte: Hexenprozesse, Galgenberge, Hinrichtungen, Kriminaljustiz
in Hannover vom Mittelalter bis 1866

Ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte: Hexenprozesse, Galgenberge, Hinrichtungen, Kriminaljustiz

in Hannover vom Mittelalter bis 1866

14 Jahre nach seinem mit großem Interesse aufgenommenem Buch über die Kriminalgerichtsbarkeit im Fürstentum Lüneburg legt der Historiker Matthias Blazek nun ein ebenso umfangreiches Werk über die historischen „peinlichen Strafen“ in seiner Heimatstadt Hannover nach. Für sein einzigartiges Kompendium hat Blazek die verfügbaren Darstellungen hannoverscher Chronisten und Historiographen ausgewertet und Nachrichten in alten Zeitungen systematisch gesichtet. So ist es ihm gelungen, einen detailreichen Überblick über das historische Geschehen rund um öffentliche Bestrafungen an Leib und Leben im Hannöverschen zu geben. Ein Muss für Heimatkundler, Hannoveraner und Niedersachsen!

ibidem-Verlag, Stuttgart 2020
ISBN 978-3-83821-517-4
320 Seiten, Paperback, 29,90 €
Tel. 0711/9807954

Weitere Informationen:

www.ibidemverlag.com

 

zurück zur Übersicht

Briefe aus der Jugend in der NS-Zeit

Briefe aus der Jugend in der NS-Zeit

– Aus dem Leben von Ruth Bulwin, die als Schreibkraft in der Gestapo-Leistelle in Prag arbeitete –

Mit dem vorliegenden Band legt Matthias Blazek die zeithistorisch wichtigen, da exemplarisch verstehbaren Briefe von Ruth Bulwin in editorischer Ausarbeitung vor. Ruth Bulwin wuchs in Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus auf und wurde wie die meisten Mädchen ihres Alters erzogen in und geprägt von der nationalsozialistischen Ideologie. Bulwin schrieb als Mädchen und junge Frau Briefe an ihre Eltern, die einen authentischen Einblick geben in das Leben in den 1930er- und 40er-Jahren im nationalsozialistischen Deutschland und Zeugnis ablegen von der politisch-naiven, relativen Unbeschwertheit eines jungen Mädchens in den Jahren 1936 und 1937 und schließlich von immer größeren Nöten und dem Alltag im Krieg ab 1939 berichten. Der vorliegende Band ergänzt unsere Kenntnisse über das Alltagsleben im NS-Staat um wertvolle Details.

ibidem-Verlag, Stuttgart 2020
ISBN 978-3-8382-1507-5
Cover-Artwork: Josefine Berndt
Lektorat: Andreas Babel
142 Seiten, Paperback, mit Farbseiten, 18,80 €
Tel. 0711/9807954

Bestellung:

ibidem-Verlag

zurück zur Übersicht

Der „Original-Knigge“ erschien im März 1788 in der Schmidtschen Buchhandlung in Hannover

Der „Original-Knigge“ erschien im März 1788 in der Schmidtschen Buchhandlung in Hannover 

Vor 230 Jahren erschien das Buch „Über den Umgang mit Menschen“. 

Von Matthias Blazek

Originalausgabe von „Über den Umgang mit Menschen“, 1788

„Mit Churfürstlich Sächsischem Privilegio“ – Titelblatt der Originalausgabe von „Über den Umgang mit Menschen“, 1788. Wikipedia, gemeinfrei

Der Moralphilosoph und Aufklärer Adolph Freiherr Knigge (1752-1796), der im Deister, einem Höhenzug südlich von Hannover, das Licht der Welt erblickt hatte, hatte sich im ausgehenden 18. Jahrhundert intensiv mit dem Umgang mit Menschen beschäftigt. Er war 36 Jahre alt, da erschien sein bis heute hochgeschätztes Werk „Über den Umgang mit Menschen“ in seiner ersten Auflage.

Knigge, geboren am 16. Oktober 1752 zu Bredenbeck, war ein kurzes Leben beschieden. Er war 43 Jahre jung, als er als Königlich Großbritannischer Oberhauptmann in Bremen nach einigen kränklichen Jahren am 6. Mai 1796 sein Leben aushauchte.

Sein berühmtestes Werk, „Über den Umgang mit Menschen“, erschien im März 1788 „mit Churfürstlich Sächsischem Privilegio“ in der Schmidtschen Buchhandlung in Hannover. Der I. Teil umfasste 270, der II. Teil 336 Seiten. Über die Neuerscheinung schrieb die „Oberdeutsche allgemeine Litteraturzeitung“, St. CLXX. Julius 1788, S. 1356: „Ein philosophisches Werk über diesen interessanten Gegenstand, auf psychologische Kenntniß der menschlichen Natur gegründet, und durch hinlängliche Weltkenntniß aufs wirkliche Leben angewendet, wäre allerdings eine der wichtigsten Erscheinungen des achtzehnten Jahrhunderts. Die Summe menschlicher Glückseligkeit könnte ein starkes Plus dadurch erhalten. Es müßte gleichsam ein moralischer Atlas, und eine practische Casuistik seyn, wonach der unerfahrne Fremdling in der Welt seine Wanderung einrichten, bey jeden Vorfallenheiten seine Schritte sicher leiten, und der practische Mann auf die Menschen wirken könnte. (…)“

Adolph Freiherr Knigge hatte das Buch, „zurückgezogen von dem Umgange mit Menschen“, von Herbst 1787 bis Frühjahr 1788 zu Papier gebracht. „Er hielt es für nöthig, sich über seinen Beruf zur Abfaßung eines solchen Buches auszusprechen“, so der aus Celle stammende, bekannte Literaturhistoriker Karl Goedeke (1814-1887) in seiner Knigge-Biographie (Adolph Freiherr Knigge – Knigges Leben und Schriften, Hannover, im Verlage der Hahn’schen Hofbuchhandlung, 1844). Knigge, der von der Ostermesse 1779 bis zu seinem Tod als einer der fleißigsten, zuverlässigsten und pünktlichsten Rezensenten der „Allgemeinen deutschen Bibliothek“ galt (Lichtenberg Jahrbuch 2010), hatte im Mai 1787 ein Gartenhaus in Hannover in der Calenberger Neustadt bezogen und lebte dort mit seiner Familie bis November 1790.

In der Vorrede zu den ersten beiden Auflagen seines Buches „Über den Umgang mit Menschen“ schrieb der Autor: „Übrigens habe ich dies Buch nicht flüchtig niedergeschrieben, wie wohl andre meiner Schriften, sondern lange an den Materialien dazu gesammelt – Es enthält Resultate aus meinem ziemlich unruhigen Leben unter Menschen mancher Art. Bey dem veränderlichen und leichtfertigen Geschmacke des deutschen Publikums und der übertriebenen Nachsicht, mit welcher dasselbe unbedeutende Romane, leere Journale, platte Schauspiele und nichtswürdige Anekdoten-Sammlungen aufnimmt, möchte es zwar kaum einer Entschuldigung bedürfen, wenn man diesen größern Theil des Publikums nicht so sehr respektirte, daß man streng gewissenhaft in Wahl und Ausfeilung der Produkte wäre, welche man in die gelehrte Welt schickt.“

Göttingische Anzeigen vom 10. April 1788

Rezension in den Göttingischen Anzeigen vom 10. April 1788. Digitale Sammlung Blazek

Als das Buch ein Jahr vor der französischen Revolution in der Schmidtschen Buchhandlung erschien, wurde es sofort ins Holländische, Dänische und Englische übersetzt.

Das Werk hatte Knigge übrigens Emilie von Berlepsch, geborene von Oppel (1755-1830), die einige Zeit in Hannover lebte und damals noch mit dem Juristen und Regierungsrat in Ratzeburg Friedrich Ludwig von Berlepsch verheiratet war, gewidmet.

Die Schmidtsche Buchhandlung an der Langenstraße in Hannover, die „Über den Umgang mit Menschen“ im März 1788 erstmals auflegte, war von Johann Wilhelm Schmidt 1743 in Göttingen gegründet worden und hatte eine Filiale in Hannover. Knigge veröffentlichte bei Schmidt außer „Über den Umgang mit Menschen“ (1788) „Dramaturgische Blätter“ (1788/89), „Philo‘s endliche Erklärung und Antwort“ (1788) und „Geschichte des armen Herrn von Mildenburg“ (Erster Teil, 1789). 1789 übernahm der junge, 1762 geborene Buchhändler und Sohn eines Ratsherrn Christian Ritscher den Betrieb, nachdem er soeben die Konzession zum Buchhandel auf der Neustadt Hannover erworben hatte. Im Jahr 1800 erwarb Heinrich Wilhelm Hahn (1760-1831) die inzwischen insolvente Buchhandlung Ritscher in Hannover und übernahm zugleich die Rechte an Knigge. Die Ritscher’sche Buchhandlung wird aber noch bis 1818 als Verlag der zehnbändigen Ausgabe von einigen Knigge-Werken genannt.

Die Hahnsche Buchhandlung (Gebrüder Hahn) gab nach der 8. Auflage 1804 nur noch die Bearbeitungen des Pfarrers Friedrich Philipp Wilmsen (1770-1831) und des jungen Literaturhistorikers Karl Goedeke heraus.

Im „Tagebuch einer der Kultur und Industrie gewidmeten Reise“ heißt es 1809: „Buchdruckereien gibt es sechs in Hannover. Buchhandlungen drey, nämlich die von Helwing, Gebrüder Hahn, und Ritscher. Von der letzteren sind die Gebrüder Hahn auch Eigenthümer, und beschäftigen, außer zwei Druckereien in Hannover, eine in Hameln, eine in Königslutter, eine in Eimbeck, eine in Braunschweig und mitunter die in Göttingen.“

Der Germanist Karl-Heinz Göttert schreibt 2015 in der bei Reclam erschienenen Ausgabe von „Über den Umgang mit Menschen“: „Als der Umgang mit Menschen 1788 in Hannover erstmals erschien, deutete noch nichts auf den beispiellosen Siegeszug hin. Knigge hatte sich bislang mit Romanen einen noch sehr bescheidenen Namen gemacht. Der Sohn einer alten Adelsfamilie schlug sich nach dem Bankrott seines Vaters mehr schlecht als recht durchs Leben, suchte einen Aufstieg in der Freimaurerei, der nach Jahren emsigsten Bemühens gerade gescheitert war.“ 

Noch im gleichen Jahr, 1788, erschien eine zweite, „verbesserte“ Auflage, die maßgebliche dritte Auflage von „Über den Umgang mit Menschen“ wurde 1790 in Hannover aufgelegt. Zu den – auch unter dem Einfluss der Französischen Revolution – vorgenommenen Veränderungen schreibt Karl Goedeke in der Einleitung zur „aufs Neue durchgesehenen“ 13. Auflage des „Original-Knigge“ (Hannover, Hahn‘sche Hof-Buchhandlung, 1853): „Was die französische Revolution zu Tage brachte und in der ersten Auflage vom Jahre 1788 noch nicht vorhanden sein konnte, finden wir bereits in der dritten von 1790. Und jede Auflage bis zur dritten einschließlich ist mit Nachbesserungen, Veränderungen, und Umgestaltungen versehen worden.“ 

Bis 1922 erschienen insgesamt zwanzig Originalausgaben von „Über den Umgang mit Menschen“.

Literatur:

»… in mein Vaterland zurückgekehrt.«, Adolph Freiherr Knigge in Hannover 1787-1790, hrsg. von Paul Raabe, Göttingen 2002.

Adolf Freiherr Knigge/Friedrich Nicolai, Briefwechsel 1779-1795, hrsg. von Mechthild und Paul Raabe, Göttingen 2004.

Adolph Freiherr Knigge Briefwechsel mit Zeitgenossen 1765-1796, hrsg. von Günter Jung und Michael Rüppel, Göttingen 2015.

 

zurück zur Übersicht

Memoirs of Carl Wippo – Lebenserinnerungen von Carl Wippo

Carl Wippo, a German immigrant

Der Sattler Carl Wippo wanderte nach Amerika aus.

Memoirs of Carl Wippo

– Lebenserinnerungen von Carl Wippo –

Beiträge über die Auswanderung nach Nordamerika aus dem Königreich Hannover

in den Jahren 1846-1852

Niedergeschriebene Lebenserinnerungen sind keine Selbstverständlichkeit – schon gar nicht von deutschen Arbeitern und Migranten im 19. Jahrhundert. In dem vorliegenden Band werden erstmals die ungewöhnlichen Lebenserinnerungen von Carl Wippo (1827-1898) der Öffentlichkeit zugänglich gemacht – editorisch aufbereitet, sachkundig kommentiert und in einen historischen Kontext eingebettet durch Matthias Blazek, Journalist und Historiograph.

Carl Wippo war Sattler, Eisenbahnbauarbeiter, später Polsterer und Amerika-Auswanderer – und er war zudem unsterblich verliebt. Seine Migration nach Amerika hätte zur Folge haben müssen, dass die Gedanken an seine Angebetete verblassen. Weit gefehlt! Trotz aller Widrigkeiten bewahrheitete sich bei Wippo die alte Regel: „Man sieht sich immer zweimal im Leben.“ Aus kleinen Hoffnungsschimmern, langen Reisen und durch die Hilfe von Freunden und Familie entwickelte sich schließlich eine erfüllte Lovestory, die im Königreich Hannover begann und nach zahlreichen Verwicklungen ihr glückliches Ende in Chicago finden konnte.

Mit seinem neuen Buch rund um die anrührende und fesselnde Lebensgeschichte von Carl Wippo spricht Matthias Blazek nicht nur Leser mit Interesse an der Geschichte der Auswanderung nach Nordamerika aus dem Königreich Hannover an; auch Eisenbahnhistoriker, die Nachfahren Ausgewanderter und – nicht zuletzt mit Blick auf die zahlreichen Ortschaften in Niedersachsen, die behandelt werden – auch Heimatkundler werden viele Informationen mit Begeisterung, Faszination und Staunen zur Kenntnis nehmen.

Auch wer an der Eroberung des amerikanischen Westens interessiert ist, findet zahlreiche verblüffende Fakten – wie immer bei Matthias Blazek spannend aufbereitet und anschaulich präsentiert.

1. Auflage
ibidem-Verlag, Stuttgart 2016
ISBN 978-3-8382-1027-8
Cover-Artwork: Josefine Rudolf
Lektorat: Eckhard Gruen
108 Seiten, Paperback, mit Farbseiten, 18,90 €
Tel. 0711/9807954

Bestellung:

ibidem-Verlag

Buchvorstellung von Kurt Wolter bei MyHeimat.de:

Memoirs of Carl Wippo – Ein Auswanderer aus Peine erinnert sich

In Adelheidsdorf steht ein denkmalgeschütztes Bahnwärterhaus aus dem Jahr 1845

In Adelheidsdorf steht ein denkmalgeschütztes Bahnwärterhaus aus dem Jahr 1845

„Das Bahnwärterhäuschen in Adelheidsdorf, Auestraße, wurde in das Verzeichnis der Baudenkmale aufgenommen.“ Mit diesen Worten trug das Niedersächsische Landesverwaltungsamt in Hannover in einem Schreiben an die Samtgemeinde Wathlingen am 2. November 1994 dem Umstand Rechnung, dass in der Gemeinde Adelheidsdorf eines der letzten Bahnwärterhäuser in seiner ursprünglichen Gestalt steht.

Mit der Eröffnung der Bahnstrecke Lehrte-Celle war auch der Bau von sechs, auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Adelheidsdorf befindlichen Bahnwärterhäusern mit den Nummern 41 bis 46 abgeschlossen. Die Nummern wurden von der Königlichen Eisenbahndirektion zu Hannover gerechnet. Sie änderten sich mehrfach, so zuerst in 20 bis 25, dann in 13 bis 18, und zuletzt hatten sie die Nummern 35 bis 40 – in direkter Anlehnung an ihre Kilometer-Entfernung vom Hauptbahnhof in Hannover auf dem Schienenweg.

Das Bahnwärterhaus an der Auestraße im Jahr 2008. Foto: Matthias Blazek

Das Bahnwärterhaus an der Auestraße im Jahr 2008. Foto: Matthias Blazek

Die vielen Bahnübergänge in diesem Streckenabschnitt waren in früheren Zeiten notwendig, da der Bahnkörper die alten Wirtschafts- und Verbindungswege durchschnitten hatte.

Die Eisenbahnstrecke Lehrte-Celle wurde im Jahre 1845 in Betrieb genommen. Sie ist eine der ältes­ten Bahnlinien Deutschlands überhaupt. Sie verläuft schnurgerade vom Kopfbahnhof Lehrte über Aligse, Burgdorf, Otze, Ehlershausen nach Celle und in der zwei Jahre jüngeren Verlängerung bis nach Harburg. Sie wurde am 15. Oktober 1845 dem öffentlichen Verkehr freigegeben.

Die Hannoverschen Staatsbahnen legten von Anfang an großen Wert auf die Sicherung der Weg­übergänge. Bereits 1845 gab es auf der Strecke Lehrte-Celle an allen Wegübergängen eine Sicherung mit so genannten „Barrieren“. Jeder Bahnwärter hatte eine oder mehrere solcher Barrieren zu bedienen, die fünf Minuten vor der voraussichtlichen Durchfahrt geschlossen sein mussten. Glockenschläge kündigten jedes beabsichtigte Schließen an. „Schiebebarrieren“ in der Nähe eines Postens bediente der Bahnwärter per Hand. Barrieren auf der Strecke wurden mittels eines Drahtzuges geöffnet. Geschlossen wurden sie durch Nachlassen des Drahtes und durch das Eigengewicht der Bäume.

Der Wegeübergang und das Wärterwohnhaus in Posten 13 wurden geschaffen, weil dort der alte Wirtschaftsweg von dem herrschaftlichen Vorwerk Müggenburg nach dem herrschaftlichen Müggenburger Moor führte. Die Namen der Bahnwärterfamilien, die dort gelebt haben, sind nur lückenhaft überliefert: Knigge (1858), Runge (1866), Christian Enghausen (1896-1926), Maier und Frieda Busse (ab 1935). Schrankendienst haben dort allerdings mehrere Schrankenwärter aus Adelheidsdorf geleistet. Mitunter waren es Kriegsbeschädigte des Ersten Weltkriegs.

Als Joseph Maibaum wegen der Aufhebung der Zollbestimmungen seinen Dienst als Zolleinnehmer bei der Müggenburg 1872 aufgeben musste, trat er den Dienst als Bahnwärter bei Posten 13 an. Das von 1922 bis 1924 geführte Personenverzeichnis der Gemeinde Müggenburg nennt gesondert unter einem halbseitigen Abschnitt Adelheidsdorf die Bewohner der Bahnposten 13 und 14. Aufgeführt ist dort das Bahnwärterehepaar Enghausen. Christian Enghausen, geboren am 7. September 1852 in Westercelle, führte dort die Berufsbezeichnung Weichenwärter, seine Ehefrau Johanne wurde am 14. September 1848 in Celle geboren.

Im Jahr 1966 wurden verschiedene Bahnübergänge dichtgemacht und sukzessive die alten Bahnwärterhäuser abgerissen. Die Schranke in Posten 13 wurde in der folgenden Zeit von 22 Uhr bis 5 Uhr von Posten 14 (Hauptstraße, Eitzert) Tag und Nacht mitbedient. Die letzten Schrankenwärter waren in Posten 13 Otto Reimann, Ernst König, Helmut Renner, Otto Schreier, Johann Tamm und Bernhard Manns.

 

zurück zur Übersicht

Großmoor

Umschlag_Blazek_Großmoor

Großmoor

Ein dicker Schinken zum Geburtstag

von Matthias Blazek

Großmoor feiert seinen hundertsten Geburtstag. 1914 steht als Gründungsjahr im Raum, als der Bau der ersten drei Häuser an der heutigen Hauptstraße erfolgte und das Kriegsgefangenenlager soweit fertig gestellt war, dass es die ersten Kriegsgefangenen aufnehmen konnte.

Die Besiedlung setzte erst 1919 ein, als eine Reihe siedlungswilliger Familien aus allen Teilen des Deutschen Reiches eingetroffen waren und vorübergehend in den Baracken eine Bleibe gefunden haben. Und 1920 übernahmen 230 ehemalige Soldaten den Bereich der heutigen Jägerheide und bauten dort die ersten Häuser.

Seit 1924 hat der heutige Ortsteil der Gemeinde Adelheidsdorf einen eigenen Namen, der die ursprüngliche Qualität dieser Gegend in Erinnerung ruft, als alle umliegenden Ortschaften und darüber hinaus ihre dort vorhandene Torfstichberechtigung nutzten.

Zum Geburtstag erscheint nun ein 448 Seiten starkes Nachschlagewerk, in dem die Dorfgeschichte von ihren Ursprüngen an haarklein aufgezeigt wird.

Der Autor:

Matthias Blazek, Jahrgang 1966, hat bereits mit zahlreichen regionalhistoriographischen Werken über die niedersächsische Landesgeschichte oder auch die Sportgeschichte im Celler Raum Beachtung gefunden. Regelmäßig wird ihm für seine historischen Recherchen und seine anschauliche Präsentation von der Kritik Detailtreue, äußerste Sorgfalt und historiographische Qualität attestiert.

1. Auflage
Eigenverlag, Adelheidsdorf 2014
ISBN 978-3-00-045759-3
Cover-Artwork: Druckhaus Harms
Umschlagfoto (Luftbild): Thomas Brandt
Grußwort: Dr. Marco Trips, Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes
448 Seiten, Hardcover, 20 €
Erscheinungsdatum: 5. Dezember 2014 (Feier im Dorfgemeinschaftshaus in Großmoor)
Erhältlich: Dorfladen Großmoor
Tel. 05141/883813

Vorbestellung:

blazek2007[ät]t-online.de

 

zurück zur Übersicht