Monatsarchive: Dezember 2010

Wiedenrode

Wiedenrode

Von Matthias Blazek und Günther Bütepage

Wiedenrode, drei Kilometer südöstlich des Kirchdorfes Bröckel und zehn Kilometer südöstlich von Wienhausen an der Kreisstraße 54 gelegen, wurde im Jahre 2004 725 Jahre alt. Grund genug, dieses Dorf, das 1968 nach Langlingen eingemeindet wurde, historisch zu beleuchten.

Wiedenrode wurde inmitten des Urstromtales der Aller gegründet. Es ist zudem sicherlich später entstanden als Bröckel, ebenso wie Fernhavekost und Paulmannshavekost. Wiedenrode liegt auf einer Talsandinsel im Mündungsgebiet der alten Oker am Südostrand des Flotwedels, der hier seine höchste Erhebung hat und nach Nordwesten langsam abfällt. An sich beträgt der Höhenunterschied im Flotwedel im Osten bei Flettmar (47,9 Meter) bis Wathlingen im Westen (42,9 Meter) und von Wiedenrode (47,6 Meter) im Süden bis Wienhausen (42,6 Meter) im Norden nur je 5 Meter auf etwa 15 Kilometer Luftlinie.

Das breite Urstrombett der Aller wurde früher nur sehr unregelmäßig ausgeschlämmt je nach herbeigeführtem Bodenmaterial, und gerade der frühere Gau Flotwedel (Flutwide), auch Flauderwell genannt, das im Norden die Aller als Begrenzung hatte, zeichnet sich durch charakteristische Sandhügelaufschwemmungen aus, die ganz unregelmäßig zerstreut liegen, häufig aber bereits abgetragen worden sind.

Dort, wo sich beim Absenken des Wassers Hindernisse bildeten oder Senken befanden, sammelte sich das Wasser. Hier, wie auch in den vielen kleinen Fließen (früher gebrauchter Ausdruck für Bach; plattdeutsch: Flut, Riehen), wo das Wasser länger stand, setzten sich die mitgeführten Lehm- und anderen Sinkstoffe ab und bildeten die durchweg sehr nährstoffreichen Brüche und Wiesen, wie wir sie bei Bockelskamp (Ziegelei gegründet etwa 1862), Schepelse (Ziegelei), Hohnebostel (Ziegelei gegründet 1849) und Fernhavekost, aber auch im Kohlen und bei Wiedenrode finden. So tut es nicht wunder, dass der Ackerboden bei Wiedenrode je nach Lage entweder höchst vollwertiger Lehm-Sandboden oder ganz geringer, magerer Sandboden ist.

Eigenverlag der Gemeinde Langlingen, Langlingen 2004
256 Seiten, Hardcover, Großformat, 25,- €
Tel. 05149/181-0

weitere Informationen:

www.wiedenrode3.de

 

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Wendthagen

Wendthagen

Ein Beitrag zur Geschichte Schaumburg-Lippes

800 Jahre Geschichte auf 40 Seiten zu präsentieren, wahrlich keine leichte Aufgabe. Ohnehin gleicht jede Chronik einer Spurensuche und der Einstieg immer einer Reise ins Ungewisse.

Im vorliegenden Fall gestaltet es sich etwas anders. Der Wendthäger Bürger Friedrich Schöttelndreyer, der am 4. September 1972 plötzlich verstarb, hatte in seinem Vermächtnis ein gewaltiges Manuskript zur Geschichte von Wendthagen und Ehlen hinterlassen, welches noch im selben Jahr in gebundener Form der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt worden ist.

Das ist jetzt über dreißig Jahre her. Wer diese Schrift besitzt, darf sich glücklich schätzen. Es ist ein Werk, welches noch heute von den Heimatkundlern bewundert wird.

Das vorliegende Heft soll keine Abschrift, keine Verbesserung und auch keine Aktualisierung darstellen. Es soll ein Anreiz sein, sich einmal wieder mit der Geschichte Wendthagens – und auch Ehlens – zu befassen.

Es soll Lektüre sein und auch denen, die das Buch von Friedrich Schöttelndreyer nicht besitzen, die Möglichkeit geben, etwas über die eigene Dorfgeschichte zu erfahren.

Eigenverlag, Stadthagen 2005
40 Seiten, Broschüre, 2,- €
präsentiert von Restaurant Dionysos, Wendthagen
Tel. 05721/5528

 

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Wathlingen – Ein Dorf mit Tradition

Wathlingen – Ein Dorf mit Tradition

Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Wathlingen

Wathlingen ist ein Dorf mit einer langen Geschichtstradition. In absehbarer Zeit liegt die erste urkundliche Erwähnung genau 1000 Jahre zurück. Zwei Dorfchroniken und ein Bildband geben einen tiefen Einblick in die Historie des Dorfes, das dreimal abbrannte und Sitz eines adeligen Gerichtes war. Heinrich Pröve lieferte im Jahre 1925 mit seinem Werk „Wathlingen – Geschichte eines niedersächsischen Dorfes“ (Nachdruck von 1985) ein Standardwerk für den Heimatforscher in unserer Heimat, Jürgen Gedicke knüpfte 1987 mit dem Band II der Dorfchronik hieran an.

Seit 2005 wird zudem die Schriftenreihe „Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Wathlingen“ aufgelegt, in der bisher sieben Hefte erschienen sind. Diese haben grundsätzlich einen Umfang von jeweils 44 Seiten und sind bei verschiedenen Gewerbetreibenden in Wathlingen sowie beim Heimatverein und im Pfarrbüro für 2,- Euro erhältlich.

Die bisherigen Themen gehen weit über das bisher Vermittelte hinaus. Folgende Schriften sind bis jetzt erschienen (mit Angabe des Bezugsorts):

Heft 1: Die Geschichte des Löschwesens in der Gemeinde Wathlingen von den Anfängen bis 1929 (Schleicher Augenoptiker). Das Besondere an dieser Broschüre ist, dass sie sich u. a. intensiv mit dem Kauf einer neuen Handdruckspritze im Jahre 1828 (zu Lasten der Einwohner) und mit den vielen, auch kleineren, Brandkatastrophen in Wathlingen befasst und hierzu die dazugehörigen Pressemitteilungen präsentiert. Stets wird auf die Bezugsquellen verwiesen.
Heft 2: Der Galgenberg / Die Wathlinger Bockmühle (Gaststätte „Zur Mühle“). Das Besondere an diesem Werk ist die Behandlung zweier neuer Themenfelder an sich. Hier finden sich mehrere Kartenausschnitte zur Lokalisierung der beiden Objekte wieder, dazu Originalzitate aus dem Niedersächsischen Hauptstaatsarchiv in Hannover und am Ende einer Fülle an Fotos und Skizzen des einstigen Wahrzeichens der Wathlinger Feldmark, auf das heute nur noch Straßenbezeichnungen hinweisen.
Heft 3: Der Männergesangverein Wathlingen (1892 bis 2001) (Wolfgang Heuer). Es ist das erste Mal, dass der traditionsreiche alte Verein einen Stempel aufgedrückt bekommen hat. Es ist nicht üblich, dass ein nicht mehr bestehender Verein eine eigene Chronik erhält. Zahllose Familien aus Wathlingen finden sich hier in dieser Broschüre namentlich wieder. Und als „Bonbon“: Die Wathlinger Schützen finden in dieser Broschüre ein wohl unbekanntes Dokument über ihre Gründung (Statuten von 1897).
Heft 4: Das alte Kirchenbuch der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Marien zu Wathlingen, begonnen 1630 (Pfarramt). Pastor Williges hatte damit gerechnet, dass die Übersetzung der Kirchenbücher ihm in der Zeit nach seiner Pensionierung zufallen würde. Vorab findet sich in dieser Broschüre bereits eine Übersetzung der ersten 50 Jahre des ehrwürdigen Buches wieder. Für den Genealogen und auch für den geschichtsbewussten Wathlinger ist dieses Heft ein „Muss“. Originalgetreu und mit der genauen Seitenangabe versehen, geben die Angaben zahlreiche unbekannte Schicksale preis. Beispiel 1645: Gestorben den 13. September, „Trine, die güste Heersche, alß sie den Hew-Baum zubinden wollen, nach Zerreißung des stricks herunter geworffen von dem auffahrenden Baum und stracks todt geblieben.“
Heft 5: Das Wathlinger Kaliwerk (Firma Emil Mann, erhältlich bei Kleinbahn Wathlingen-Ehlershausen e.V.). Rechtzeitig zum Jubiläum des Bergmannsvereins ist dieses Heft erschienen, welches 100 Jahre Werksgeschichte intensiv durchleuchtet. Besonderheiten sind hier die alten Fotos von der Kalibahn, die vielen Fotos aus dem Besitz von Helmut Sievert und die chronologische Beschreibung des Wohnhauses des Fabrikleiters. Besonders spannend geschildert: das Explosionsunglück des Jahres 1946. Das Kaliwerk in Wathlingen bestand von 1906 bis 1997 und war Jahrzehnte lang größter Arbeitgeber in der Gemeinde.
Das Heft liegt bereits in der 2. Auflage vor.
Heft 6: Wathlingen und die Jahre der Fremdherrschaft 1803-1813 (Firma ABAKUS Informationstechnologien). Dieses Heft widmet sich der Zeit der Besatzung durch die Franzosen unter Napoleon. Was es konkret bedeutete, als französische Soldaten einmarschierten und neue Machthaber auch in Wathlingen das Diktat übernahmen, kann man aus den interessanten Quellen erfahren, die den Lesern zugänglich gemacht werden. Über Kriegsabgaben und Steuern, Gerichtsbarkeit und Rechtspraxis, Soldaten hüben wie drüben kann man in dem Heft Interessantes lesen.
Heft 7: Flüchtlinge und Vertriebene in Wathlingen (Heimatverein Wathlingen). Klaus Graupner sagt einleitend: „Es war nicht leicht; weder für Flüchtlinge noch für Einheimische. Man hat sich bemüht und ‚zusammengerauft’ und jeder, der wollte, hat in Wathlingen eine neue Heimat gefunden. Von den 2,5 Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen, die nach Niedersachsen kamen, sind 1500 nach Wathlingen gekommen. Das waren rund 40 Prozent der einheimischen Bevölkerung.“

Heft 8: Das alte Kirchenbuch der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Marien zu Wathlingen, 1681-1699 (Heimatverein Wathlingen).

 

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Wathlingen

Wathlingen

Geschichte eines niedersächsischen Dorfes, Band 3

In diesem Werk wendet sich der Journalist und Historiker Matthias Blazek der Geschichte des VfL Wathlingen zu, der 1910 als Männerturnverein „Vater Jahn“ ins Leben gerufen wurde. Die Vereinsgeschichte erhält ihren festen Platz in der Geschichte des durch den Bergbau geprägten Dorfes. Nicht nur besondere Schlaglichter in der Geschichte Wathlingens werden erwähnt. Alle Fakten aus den alten Protokollbüchern sind in voller Ausführlichkeit mit eingeflossen. Überörtliche Veranstaltungen wurden ebenso beschrieben wie spezielle Begrifflichkeiten aus der Turnergeschichte anhand von Fachliteratur erläutert.

Einen besonderen Stellenwert genießt die Beschreibung der Ereignisse seit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933.

Matthias Blazek gelingt es in seiner Studie, die wohl schwerste Zeit für die Turnvereine Deutschlands differenziert zu betrachten. Der Leser erfährt, dass für die jüdischen Mitbürger kein Platz mehr war unter den Turnern. Aufgrund des so genannten Führerprinzips konnte Vereinsführer Gustav Seffer seinen ihn umgebenden Vorstand selbst bestimmen.

Der Leser hört von vielen Turnerinnen und Turnern Wathlingens, deren Spuren großteils bereits verschwunden sind, er sieht zahlreiche auch alte Fotos aus der Vereinsgeschichte, er hört vom Arbeiterturnverein (1920-1933) und erfährt von dem Zusammenschluss zum VfL Wathlingen nach dem Krieg.

Dem Journalisten Matthias Blazek, Jahrgang 1966, ist mit diesem Buch ein besonderes Werk gelungen, das das vorhandene Schrifttum über die Wathlinger Geschichte und die Entwicklung des deutschen Turnerwesens sinnvoll ergänzt.

Ein Muss nicht nur für den Ortshistoriker und Mitglied des VfL Wathlingen. Dieses Buch spiegelt auch ein Gutteil deutsche Geschichte wider und zeigt auf, wie wichtig die Güter Demokratie, das Recht auf Mitbestimmung und auf freie Meinungsäußerung sind.

Eigenverlag, Wathlingen 2009
288 Seiten, Hardcover, 9,80 €
ISBN 978-3-00-027770-2
Tel. 05144/93603

DAS BUCH IST ERHÄLTLICH BEI DER GESCHÄFTSSTELLE DES VfL WATHLINGEN, IM RATHAUS IN WATHLINGEN UND BEI DER TANKSTELLE HOLLERUNG

 

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Schillerslage, Chronik eines Lüneburger Dorfes

Schillerslage, Chronik eines Lüneburger Dorfes

Von Heinrich Heinecke und Günter Witzel,

bearbeitet von Matthias Blazek

 

Mit den Anfängen des Dorfes Schillerslage hat sich unter anderem der Lehrer Friedrich Armke in der Schulchronik befasst. Nach Armkes Recherchen finden sich in der Feldmark Spuren der frühesten Besiedlung. An der Westseite des Ortes, etwa 200 Meter vom Ort entfernt, im so genannten „blanken Wasser“, auf der Koppel des Hofbesitzers Plaß Nr. 9, ist eine quadratförmige, erhabene Fläche von 30 Metern Seitenlänge vorhanden. Um diese Fläche zieht sich noch jetzt eine kleine Vertiefung. Ein vier Meter breiter, aufgeworfener Erdrand zieht sich in der Richtung nach Burgdorf fort.

Der Sage nach soll auf diesem Hügel eine Burg gestanden haben. Wahrscheinlich ist diese Burg der Ursprung des Ortes gewesen, oder der Ort ist beim Untergang dieser Burg entstanden, woher auch der Name Schillerslage mutmaßlich kommt. Die von Lehrer Armke geschilderten Erhebungen bzw. Vertiefungen sind nicht mehr vorhanden. Gezielte Grabungen von Schulklassen in diesem Gebiet brachten keine neuen Erkenntnisse.

Das westliche Ende des Ortes sei laut Lehrer Armke zunächst entstanden, denn vor der Zeit des Dreißigjährigen Krieges habe der Ort nur bis an die Burgdorfer Chaussee gereicht und zu beiden Seiten des Weges, der an der Schule vorbeiführt, gelegen. Das Dorf habe jetzt 25 Bauernhöfe und 27 Abbauerstellen enthalten. Ursprünglich seien 27 Bauernhöfe vorhanden gewesen. Vier Höfe, nämlich Haus Nr. 2, 3, 4 und 11 (Wehrs, Reupke, Bühring und Bielmann), sollen „vor alter Zeit“ im Gehölz, etwa in der Mitte zwischen Schillerslage, Engensen und Ramlingen, gelegen haben. „Der Sage nach“ sollen dieselben Höfe sich zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges hier angesiedelt haben. Drei dieser Höfe haben sich nach Armkes Ausführungen an der Ostseite des Ortes angebaut, Nr. 11 dagegen mitten im Orte. Hof Nr. 1 ist eine Abzweigung vom Hof Nr. 18.

Bei dem Bericht von Lehrer Armke gibt es nach heutigem Erkenntnisstand einige Neuigkeiten. Von Alters her hielt sich in Schillerslage das Gerücht, dass die vier Höfe Wehrs, Reupke, Bühring und Bielmann zwischen Schillerslage und Engensen gelegen haben. Dem ist aber nicht so, denn nachweislich waren in Schillerslage immer 25 Bauernhöfe, und die im „Krühgarten“ vorhandenen Erhebungen stammen wohl von den vier genannten Bauern, die dort nach Ende des Dreißigjährigen Krieges viel Wald gerodet haben, um Ackerland zu bekommen, und dort die Stuken und Feldsteine abgelagert haben. Bei den genannten Bauern sind beziehungsweise waren es die Vorbesitzer oder Hauswirte nach der Zeit des Dreißigjährigen Krieges.

Eigenverlag, Burgdorf 2005

416 Seiten, Hardcover, 18,- €

Tel. 05136/2608

Erwerb im Servicebüro der Stadt Burgdorf

Dreschefest begeistert mit Reise in die Vergangenheit, www.pankratius.de

Schillerslage plant sein Jubiläum, HAZ.de (12. Juli 2013)

 

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Feuerwehrwesen im Landkreis Schaumburg im 19. Jahrhundert

Feuerwehrwesen im Landkreis Schaumburg im 19. Jahrhundert

Wertvoller Beitrag zur Geschichte des Landkreises Schaumburg

„Der Boden, auf dem sich Deutschlands Feuerwehrwesen entwickelte, war die deutsche Turnerei, – der Geist, der unserm deutschen Feuerwehrwesen Schwungkraft verlieh, war der die deutschen Turnerherzen mit stolzer Kraft erhebende, hochgemute Sinn eines Ludwig Jahn.“

Die deutschen Feuerwehren hatten sich in mühevoller Pionier- und Aufbauarbeit in der Zeit von 1860 bis 1933 ihre eigene Organisation aufgebaut, in der Selbstführung und Selbstverwaltung oberstes Gebot waren.

Das Regelwerk für den Brandschutz in der Stadt Rinteln war im 19. Jahrhundert eine im Jahre 1802 vom Rat eingeführte Feuerordnung. Zur Feuerbekämpfung hatten in der Stadt unter anderem „im hiesigen Wall“ gefüllte Wasserkübel bereit zu stehen. Diese wurden im August 1838 gestohlen. Das hessische Landgericht in Rinteln machte zwei Brüder als Diebe aus. In die Schuldzuweisung bezog man auch die mangelnde Aufsicht über die Kübel mit ein und ließ den Bürgermeister feststellen, wer die Aufsichtspersonen waren. Der Stadtdiener Vogt und der Stadtvorsteher Bödeker waren zuständig. Bödeker war der Mann, der für Bürgermeister Schwabe auf Grund der Anfragen des Gerichtes recherchierte und ihm das Konzept für die Antworten lieferte.

Schon 1817 gab es in Rinteln Turner im Jahnschen Geiste, Männer, die nach dem Kriegsdienst zusammen blieben, um ihre körperlichen und geistigen Kräfte lebendig zu erhalten und damit dem Vaterland zu dienen. Wir wissen aus dem Jahre 1817 von einem Turnplatz oberhalb Rinteln bei Todenmann, auf dem sich Rintelner und Bückeburger Turner trafen. Wir ahnen, dass sie sich vor der Reaktion im deutschen Vaterlande verbergen mussten, aber ihr Idealismus starb nicht. 1848 schlug für sie die Stunde, einen Männerturnverein zu gründen, doch schon vier Jahre später erhob im damaligen Kurhessen, dem die Grafschaft Schaumburg angehörte, die Reaktion ihr Haupt und schloss die Bürger von der Mitverantwortung am politischen Geschehen aus. So musste der Färbermeister Pickard aus Rinteln, Fahnenträger der Turner, das Fahnentuch unter seiner Kleidung verbergen, wenn sich die Rintelner Turner mit Gleichgesinnten treffen wollten, und der Polizeiwache im Wesertor ein Schnippchen schlagen. Die Turner der heutigen VTR von 1848 wissen wohl, weshalb sie ihre alte Fahne hoch in Ehren halten!

Eigenverlag, Adelheidsdorf 2002
60 Seiten, Broschüre, 3,- € zugunsten der Arbeit der Kreisjugendfeuerwehr Schaumburg
Tel. 05043/3474, 05042/3048

 

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100 Jahre Ortsfeuerwehr Rodenberg 1904–2004

100 Jahre Ortsfeuerwehr Rodenberg 1904–2004

Rundes Werk über Feuerwehr in der Grafschaft Schaumburg

Die Freiwillige Feuerwehr Rodenberg/Deister im Spiegel ihrer Protokolle, auf 112 Seiten. Gewiss ist die Aufarbeitung der Geschichte dieser bedeutenden Wehr mehr als überfällig gewesen. 100 Jahre Stadtgeschichte, Feuerwehrtradition. Viele Namen sind erwähnt, viele Männer und Frauen, die sich in den Dienst einer guten Sache gestellt haben. Bei der ausführlichen Darstellung des Gewesenen bleibt es nicht aus, dass auch für den früheren Feuerlöschverband Rodenberg, vielleicht auch für den ehemaligen Kreisfeuerwehrverband Grafschaft Schaumburg, ein Standardwerk geschaffen wurde.

Es bleibt zu hoffen, dass noch weitere Feuerwehren sich zum Ziel setzen, das Vergangene nicht nur oberflächlich zu streifen. Unsere Vorfahren haben es verdient, dass wir ihre Verdienste aufzeigen.

Die Freiwillige Feuerwehr Rodenberg wurde am 10. Januar 1904 gegründet. Hierauf hatte Adolf Mithoff in der Chronik der Stadt Rodenberg bereits ausführlich hingewiesen. Mithoff beschrieb aber auch ausführlich die Feuersbrünste der Jahre 1469, 1716, 1720, 1726 und 1859.

Der Stadtverordneten-Vorsteher Heinrich Fricke, der, neben dem Bürgermeister Wilhelm Schlichting, der Stadt Rodenberg die Anregung zu verschiedenen nützlichen Anlagen und zeitgemäßen Einrichtungen gegeben hat, ließ am 4. Januar 1904 – zwecks Gründung einer freiwilligen Feuerwehr – eine Versammlung von Bürgern und sonstigen Einwohnern nach dem Rathause entbieten, an welcher auch die gesamte Stadtverwaltung teilnahm. Nachdem der Einberufer die Zwecke und Ziele einer freiwilligen Wehr erläutert und auch der Bürgermeister eine kräftige Unterstützung seitens der Stadt in Aussicht gestellt hatte, erklärten sich über fünfzig Anwesende zum Beitritt bereit. Auf Befürwortung des Bürgermeisters wurden der Wehr, deren endgültige Bildung am 10. Januar 1904 erfolgte, eine neue Saug- und Druckspritze, sowie 1000 Mark zur Ausrüstung der Mannschaft von der Stadt überwiesen. Sodann steuerte die Bürgerschaft die, durch eine Sammlung aufgebrachte Summe von über 300 Mark bei.

Obwohl die Pflichtfeuerwehr bei allen in Rodenberg vorkommenden Bränden stets ihrer Pflicht genügte, so wurde doch recht bald die Gründung der durch öftere Übungen geschulten, auch militärisch organisierten und disziplinierten Freiwilligen Feuerwehr, welcher 1912 bereits etwa 70 Mann angehörten, als eine ganz erhebliche Verbesserung des Rodenberger Feuerlöschwesens allgemein anerkannt.

Eigenverlag, Rodenberg 2004
112 Seiten, Paperback, ohne Werbung, 2,- €
Tel. 05723/7400112

 

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Einblicke in die Ramlinger Schulchronik und andere Schätze

Einblicke in die Ramlinger Schulchronik und andere Schätze

Buchstabengetreue Abschrift

Die ersten Chronikblätter von Ramlingen-Ehlershausen sind im Jahre 2003 von Herrn Manfred Obst aus Obershagen erstellt worden. Der Ortsrat bedauerte sehr, dass die Schulchronik seinerzeit nicht auffindbar war.

Im Oktober 2005 erzählte Matthias Blazek aus Adelheidsdorf dem Ortsbürgermeister von Ramlingen-Ehlershausen, Friedrich Buchholz, er sei im Besitz einer Abschrift dieser Schulchronik.

Gerne nahm der Ortsrat seinen Vorschlag auf, die Unterlagen in Heftform zu veröffentlichen, um diese interessanten Nachrichten aus jener Zeit über Schulgemeinde und Schulstandort und vieles mehr allen zugänglich zu machen.

Das Dorf ist Herrn Blazek zu Dank verpflichtet, der die Schulchronik als weiteres Nachschlagewerk zur Verfügung gestellt hat und insgesamt sechs Teile dieser eindrucksvollen Schriftenreihe präsentiert.

Eigenverlag, Ramlingen-Ehlershausen 2006 und 2007
40 Seiten, Paperback, 2,- €
Tel. 05085/7872

 

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50 Jahre Reit- und Fahrverein St. Georg Burgdorf e.V. 1959–2009

50 Jahre Reit- und Fahrverein St. Georg Burgdorf e.V. 1959-2009

Quellenwerk zur Geschichte niedersächsischer Reitervereine

Der Reit- und Fahrverein St. Georg Burgdorf e.V. feierte 2009 sein 50-jähriges Jubiläum.

Seit Jahren gehört Burgdorf zu den aktivsten und sportlich erfolgreichsten Reitvereinen und ist damit guter Botschafter für das Burgdorfer Pferdeland. Man denke dabei aber auch an das alljährlich stattfindende Reit- und Springturnier, das sich immer wieder über guten Zuspruch erfreut.

In den vergangenen 50 Jahren hat der Reit- und Fahrverein (RFV) St. Georg Burgdorf e.V. die Entwicklung des Reitsportes hautnah miterleben können. Nicht allein durch den Pferdemarkt und seine überregionale Bedeutung ist Burgdorf mit dem Thema Pferd und Reitsport verbunden. Mit etwa 1000 Pferden ist die Pferdehaltung mit dem Reitsport in Burgdorf ein erheblicher Wirtschaftsfaktor. Nicht ohne Grund wurde Burgdorf als „Pferdefreundliche Gemeinde 2006“ auserkoren.

Die Anfänge des Burgdorfer Reitsports lassen sich bis in das Jahr 1947 zurückverfolgen. In dem Jahr wurde in Burgdorf, damals noch im Stadion, das erste Reit- und Fahrturnier ausgetragen.

Am 6. August 1959 wurde der Reiter­verein St. Georg Burgdorf e.V. gegründet. Schon in der Gründungsver­sammlung traten 20 Reiter dem Verein bei. Den Vorsitz übernahm der Finanzbeamte Landwirtschaftsrat Dr. Ernst Wenck. Die Geschäftsfüh­rung lag in den Händen von Stadtoberamtsrat Helfried Wurstmacher, der in der Stadtverwaltung der Kämmerer war. Für die Ausbildung der Dressur- und Springreiter waren anfangs, wie sich Mitbegründer Horst Lieber aus Ehlershausen erinnert, Reinhold Karliner und Wilhelm Leinemann zuständig.

Der Reiterverein trainierte zunächst wöchentlich zwei­mal in einem Dressurviereck an der Stadionturn­halle. Die konstituierende Versammlung folgte am 10. September 1959 in der Stadiongaststätte. Die Teilnehmer bestätigten Dr. Wenck als Vorsitzen­den und beschlossen die Satzung. Günter Leinemann wurde vom Vorsitzenden zur Landesreitschule nach Hoya geschickt.

„In den ersten acht bis zehn Jahren hat der Verein sehr viel geleistet“, erinnert sich Horst Lieber. „Wir hatten aktive Turnierreiter, die weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt waren.“ Das waren Hans-Otto Klauke, Günter Leinemann und Horst Lieber. Später seien noch die Brüder Karl-Heinz und Ernst-August Könecke und Lutz Erdmann und danach Bärbel Seiler und Louis Muhle hinzugekommen, weiß Lieber zu berichten.

Im August 1972 bauten Mitglieder des Vereins zusammen mit Mon­teuren einer holländischen Firma die 20 x 40 Meter große Reithalle auf ihrer Sportanlage An der Bleiche auf. Sie sollte noch vor Winterbe­ginn bezugsfertig sein.

In den neunziger Jahren und auch später richtete der Reiterverein Turnie­re aus, und zwar die S-Turniere (S wie schwere Klasse). „Wir hatten auf unserer Anlage ein­mal sogar 1000 Pferde“, erinnert sich Ehrenvorsitzender Karl-Heinz Könecke.

In der Mitgliederversamm­lung vom 11. Februar 1999 beschloss der Reiter­verein seine heute noch gültige Namensänderung „Reit- und Fahrverein St. Georg Burgdorf e.V.“

In den Jahren nach 2000 wurden Pferdenächte organisiert, Veranstaltungen, die bis heute überregionalen Charakter genießen. Die erste Burgdorfer Nacht der Pferde, war, da ist sich Vereinsmitglied Louis Muhle heute sicher, eine der herausragenden Veran­stal­tungen für den RFV St. Georg e.V. gewesen, auch wenn der Wettergott bei dieser Veranstaltung überhaupt nicht mitgespielt haben soll.

Als Mitglied des Pferdelandes Burgdorf nutzt der RFV St. Georg e.V. die Gelegenheit, um ein vielseitiges Programm zu präsentieren. So organisiert er Jahr für Jahr ein interessantes und viel beachtetes Turnier im Reiterstadion An der Bleiche in Burgdorf. Regelmäßig finden montags der Dressur- und donnerstags der Springunterricht statt. Natürlich gehören auch Ausritte mit zum Programm. Erfreulich ist auch die Mitgliederstruktur, so sind etwa 40 Prozent der Mitglieder in Reitvereinen jünger als 18 Jahre. Sicherlich im Ergebnis als Trend zur Freizeitbewegung „Pferd“ zu sehen, aber auch auf die intensive Jugendarbeit der Reitvereine zurückzuführen.

Das Jubiläumsturnier des RFV St. Georg Burgdorf e.V. fand vom 21. bis 24. Mai 2009 statt und stand ganz im Zeichen der Jugend.

Zum 50-jährigen Jubiläum des RFV St. Georg Burgdorf e.V. ist eine 64 Seiten starke Chronik erschienen. Sie ist mit einer ISBN-Nummer versehen und beinhaltet keine Werbung. Auch stadt- und pferdegeschichtliche Abhandlungen haben dort Platz gefunden und dürften inzwischen das Interesse einer großen Leserschaft geweckt haben.

Eigenverlag, Burgdorf 2009
64 Seiten, Broschüre, kostenlos (Versand gegen Portoerstattung)
ISBN 978-3-00-027790-0
Tel. 05136/85005

weitere Informationen:

Anzeiger für Burgdorf & Uetze vom 20. Mai 2009
Anzeiger für Burgdorf & Uetze vom 25. Mai 2009

 

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75 Jahre Ortsfeuerwehr Pollhagen 1928–2003

75 Jahre Ortsfeuerwehr Pollhagen 1928-2003

Rundes Werk über Feuerwehr in Schaumburg-Lippe

Die Freiwillige Feuerwehr Pollhagen wurde 1928 gegründet. Da zum Ende des Zweiten Weltkriegs angeblich alle Unterlagen der Wehr verbrannt worden sind, stützt sich die Feuerwehrgeschichte bis dahin auf jüngere Angaben von Mitbegründern und älteren Mitgliedern. In Anbetracht der weit zurückliegenden Zeit konnten deshalb verschiedentlich keine genauen Daten mehr ausgemacht werden. Einen Schwerpunkt dieses Beitrages werden denn Auszüge aus der Festschrift anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Pollhagen aus dem Jahre 1978 bilden.

Selbstverständlich muss bei der Beschreibung der örtlichen Brandbekämpfung zeitlich weit zurückgegriffen werden. Aufschluss geben hierbei Rückblicke auf die frühere Bauweise und schaumburg-lippische Gesetzgebungen.

Am Abend des 12. Februar 1928, einem Sonntag, war es dann soweit: Die Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Pollhagen wurde durchgeführt. Im Gasthaus Fritz Bredemeier hatten sich annähernd 100 „Gemeindeeingesessene“ versammelt. Im Verlauf der von Gemeindevorsteher Friedrich Brandt geleiteten Versammlung traten ungefähr 70 bis 80 Männer im Alter von 18 bis 60 Jahren in die Freiwillige Feuerwehr ein, davon etwa 30 als Aktive.

Die Mitbegründer waren:

Gottlieb Pöhler, Gottlieb Wilkening, Heinrich Bartels, Friedrich Dettmer, Heinrich Brandes, Heinrich Abel, Adolf Pöhler, Ernst Mensching, Heinrich Mensching, Wilhelm Strohmeier, Ernst Daseler, Wilhelm Senne, Heinrich Daseler, Ernst Möller, Friedrich Bruns, Friedrich Abel, Heinrich Kinkeldei, Ernst Besker, Friedrich Bredemeier, Ernst Heine, Friedrich Schommerloh, Wilhelm Wilkening, Ernst Wöbbeking, Friedrich Biesemeier, Friedrich Wilkening, Friedrich Röhrkasse, Heinrich Harmening, Wilhelm Pape, Ernst Abel, Friedrich Diekmann, Friedrich Wilkening, Ernst Dettmer.

Danach wurden in ein oder zwei Wahlgängen schriftlich die einzelnen Funktionsträger gewählt. Der Vorstand setzte sich daraufhin zusammen, wie folgt:

Hauptmann: Gottlieb Pöhler, Nr. 130
Stellvertretender Hauptmann: Gottlieb Wilkening, Nr. 73
Rüstmeister: Heinrich Bartels, Nr. 80
Kassenführer: Friedrich Dettmer, Nr. 124
Schriftführer: Heinrich Brandes, Schule

Anschließend wurden die Steiger-, die Spritzen- und die Absperrabteilung gebildet. Diese wählten dann ihre Führer und Stellvertreter. Auch wurden im weiteren Verlauf der Gründungsversammlung der Monatsbeitrag und die Versäumnisstrafen erhoben.

Eigenverlag, Sachsenhagen 1993/Adelheidsdorf 2002
70 Seiten, Paperback, ohne Werbung
Tel. 05721/2712

Besonderheiten:

• Abdruck der kompletten Satzungen von 1930
• Druckauszüge aus den Gesetzen von 1933 und 1938
• Beschreibung des Minden-Ravensberg-Lippischen Feuerwehr-Verbands
• Liste mit den vorgeschlagenen Dienstgradbezeichnungen (II. WK, sehr selten!)

weitere Informationen:

Homepage der Ortsfeuerwehr Wiedenbrügge
www.pollhagen.de
80. Geburtstag in den Schaumburger Nachrichten
80. Geburtstag im Schaumburger Wochenblatt

 

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